Berufsausbildung – Vertragliche Verlängerung der Probezeit im Ausbildungsverhältnis bei länger andauernder tatsächlicher Unterbrechung zulässig

Eine Ausbildungsvertragsklausel, wonach die Probezeit bei länger andauernder tatsächlicher Unterbrechung verlängert wird, stellt keine unangemessene Benachteiligung für den Auszubildenden dar. Die Verlängerungsklausel wirkt sowohl zugunsten des Ausbildenden als auch zugunsten des Auszubildenden, da letzterer nach Ablauf der Probezeit neben dem Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund nur ein fristgebundenes bedingtes Kündigungsrecht hat. Die Verlängerung der Probezeit eröffnet jedoch die Chance auf eine tatsächliche wechselseitige Erprobung, die bei längeren Ausfallzeiten des Auszubildenden ansonsten nicht stattfinden kann. Folgende vertragliche Regelung im Ausbildungsvertrag ist somit zulässig: „Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen, so verlängert sich die Probezeit um den Zeitraum der Unterbrechung.