Licht an! 29 „frisch erleuchtete“ Gesellinnen und Gesellen für Elektrotechnik

Alle Bilder der Veranstaltung hochauflösend (bis 1.3.2018 danach mail an kontakt@die-medienfrau.de) und der Pressebericht als PDF zum Download hier.

Stade, 25.01.2018. Der Startschuss ist gefallen. Mit dem neuen Jahr beginnt auch die Saison der Freisprechung der Innung des Landkreises Stade. Die Innung für Elektrotechnik Stade macht 2018 den Anfang. 29 frisch „erleuchteten“ Gesellinnen und Gesellen für Elektrotechnik (Energie- und Gebäudetechnik) nehmen ihren Gesellenbrief einen „Ausweis der Excellence“ entgegen. Mit der traditionellen Freisprechung und der Entlassung aus dem Lehrverhältnis, beginnt nun eine neue Reise für die jungen Nachwuchshandwerker. Das Forum im Neubau der Berufsbildenden Schule Stade an der Glückstädter Straße wurde hell erleuchtet. 150 geladene Gäste fanden sich ein um den neuen Jahrgang gebührend zu feiern. Besonders gute Leistungen erbrachten in diesem Jahr Lea Thobaben, Christopher Peters und Lars Mittelmejer. Alle drei haben ein Gesamtergebnis von über 80% erreichen können und sind damit die Besten ihres Jahrganges.

Die drei Jahrgangsbesten Christopher Peters, Lea Thobaben und Lars Mittelmejer (v.l.) kommen alle aus Innungsfachbetrieben und werden bei ihrer Ehrung von Lehrlingswart Günter Bösch und Obermeister Delev Burfeind eingerahmt.

Ambitionierte Zukunftspläne: Studentenleben, Pädagogik oder Selbstständigkeit?

Lea Thobaben hat sich als beruflichen Weg bewusst ein Handwerk ausgesucht. Ganz unbeeinflusst war die 21-Jährige natürlich nicht, so wuchs die junge Elektrotechnikerin als Tochter eines Elektrounternehmens in Hammah auf. Kurz nach dem Abitur war klar: „Ich will erstmal was machen, was schaffen, was erschaffen und was in den Händen halten, bevor ich vielleicht studieren gehe“. Lea ist als Drittbeste ihres Jahrgangs aus der Gesellenprüfung gegangen. Sie hat im Innungsbetrieb Freudenberg Elektrotechnik in Drochtersen gelernt und geht nun für eine Zeit in den elterlichen Innungsbetrieb Walter Gerdts Elektrobau. „Dann möchte ich studieren und danach „back to the roots“ – vielleicht unseren Betrieb eines Tages übernehmen“.


Lars Mittelmejer aus Ahrenmoor hat die Ausbildung zum Elektrotechniker ebenfalls mit über 80% abgeschlossen. Der 20-jährige lernte beim Innungsbetrieb WÄRME AUS DER NATUR Niemann in Ahlerstedt. Der junge Elektrotechniker bleibt vorerst im Ausbildungsbetrieb und möchte seinen beruflichen Weg in Zukunft am liebsten als Lehrer gestalten.
Beste seines Jahrgangs ist mit knapp 81% Christopher Peters geworden. Der 22-Jährige aus Buxtehude hat seine Lehre beim Innungsbetrieb CS Elektrotechnik in Buxtehude absolviert. Der ambitionierte Handwerker wird noch eine Weile im Betrieb verbleiben und fokussiert dann ebenfalls ein Studium um später als Ingenieur tätig zu werden.

Der Allrounder hat ausgedient- Digitalisierung mahnt zur Spezialisierung.

Die Innung für Elektrotechnik Stade lädt jährlich zu diesem besonderen Anlass ein, um ihre nächste Generation gebührend zu feiern. Obermeister Detlev Burfeind führte die Gäste durch die Veranstaltung und richtete seine Worte in seiner Begrüßung an die jungen Elektro-Talente: „Wir sind hier ja nicht bei den Bäckern – deshalb begrüße ich nicht die frisch gebackenen, sondern die „hell erleuchteten“ Junggesellen und deren Begleiter. Ihr habt 3 ½ Jahre Ausbildung erfolgreich hinter euch gebracht. Bravo!“ Weiter mahnt er die jungen Elektrotechniker und Elektrotechnikerinnen dazu „am Ball“ zu bleiben. Die Digitalisierung führe dazu, dass es kaum mehr möglich sei als Individuum alle Bereiche der Elektrotechnik abdecken zu können: „Zwangsläufig werden sie sich berufsbedingt spezialisieren müssen. Einen Allrounder, wie es ihn früher einmal gab, wird es wohl nicht mehr geben.“ Dies sei allerdings kein Mangel, sondern eine Chance, so Burfeind weiter. „Denn mit Eurem Abschluss habt ihr bereits heute mehr in der Tasche, als manch Akademiker nach seinem Studium“. Der Fachkräftemangel schlüge knallhart zu, und dies sei nicht nur auf dem demographischen Wandel zurückzuführen, so Burfeind weiter, durch das knappe Angebot an Handwerkern und dem Überschuss an Akademikern seien die Junggesellen und Junggesellinnen zu einem teurerem „Gut“ geworden.

Gesellenbrief ist Ausweis der Exzellenz.

Daran anschließend übergab Burfeind das Wort an Herrn Helge Scholz, der in seiner Position als Schulpastor seine Worte an die Zuhörer richtete. Wer nun eine biblische Predigt erwartete, wurde mächtig überrascht. Scholz knüpfte inhaltlich an die Rede vom Obermeister Burfeind an und glänzte mit stimmungsvoller Rhetorik auf Augenhöhe. So mahnte er ebenfalls den Umstand an, welchen Wert der Handwerker heutzutage in der Gesellschaft hätte. Er könne diese Entwicklung nicht verstehen, so blicke er sein Leben lang mit Demut und Respekt auf das wunderbare Handwerk. Scholz wies mehrfach darauf hin, dass sein Talent zum Handwerkern mehr als unterdurchschnittlich sein und er höchsten Respekt zolle, vor diesem Talent. Er ließ die Zuhörer an seinen alltäglichen Missgeschicken, Erfahrungen und Geschichten teilhaben. „Handwerker sind Künstler. Sie tragen mit dem Gesellenbrief einen Ausweis der Exzellenz und eine Quelle des Stolzes mit sich.“, so der Pastor. Er fasste zusammen, es gäbe drei wesentliche Vorteile zu einem akademischen Werdegang. „Erstens haben Sie früher und meist auch später mehr Geld in der Tasche, denn Handwerk hat goldenen Boden! Zweitens können sie sich ihr Talent in ihrem Alltag jederzeit zu Nutze machen und drittens sind sie weltweit als Handwerker nachgefragt!“. Er beendete seine Festrede mit einem kurzen biblischen Ausflug: „…, den kann ich mir beim besten Willen doch nicht ganz nehmen lassen“.

Nicht vergessen: Die, die auf der Strecke blieben.

Lehrlingswart Günter Bösch entließ die Absolventen nun offiziell aus dem Lehrverhältnis und überreichte ihnen, gemeinsam mit Vertretern des Prüfungsausschusses und der Berufsschule, die Gesellenbriefe. Bösch machte mit klaren kurzen Worten deutlich, dass die jungen Handwerker ihre Kollegen, die es in diesem Jahr nicht zur Prüfung geschafft haben oder die nächsten Generationen, die ihre noch vor sich haben, unter die Arme greifen sollen: Denken Sie auch an die, die es nicht bis hierhin geschafft haben und unterstützen Sie sie so gut sie können.“
Anschließend bedarf es nach alter Tradition die Übernahme in den Gesellenstand durch einen Altgesellen. Diese Ehre wurde in diesem Jahr Ralf Tesmer zugesprochen. Mit der gemeinsamen Verkostung der Gesellenvesper ließen die stolzen Gäste die Veranstaltung ausklingen.

Alle Bilder der Veranstaltung hochauflösend (bis 1.3.2018 danach mail an kontakt@die-medienfrau.de) und der Pressebericht als PDF zum Download hier