Karriere gestalten? Mit 4G: Glück, Gemeinschaft, Gelassenheit und Geld.

25.01.2019, Technologiezentrum des Handwerks (TZH) Stade. Ein wichtiger Tag für die jungen Gesellinnen und Gesellen – vor rund 150 Gästen wurden die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung, und Klimatechnik in einem feierlichen Akt offiziell in den Gesellenstand erhoben. Heinrich Berg, stellvertretender Obermeister fand dazu festliche Worte: „Sie haben in den letzten 3 ½ Jahren dem Handwerk alle Ehre gemacht und haben Ihren beruflichen Werdegang mit Bravur in die Hand genommen!“. 35 Gesellen fit für den Berufsalltag.

Für besondere Leistungen geehrt

Stolz war sicherlich auch der Jahrgangsbeste Tom Bornekessel. Der 19-Jährige aus Drochtersen konnte sich mit einer „1“ im Schul- und Gesellenprüfungszeugnis an die Spitze seines Jahrgangs setzen. Er lernte im Innungsfachbetrieb Hustedt Haustechnik GmbH & Co.KG. in Drochtersen. Der zweitbesten des Jahrganges wurden mit der Schulnote 1,7 Adrian Reck aus Buxtehude und Jan Wiebusch aus Ruschwedel. Reck lernte im Innungsfachbetrieb Bernd Elmers GmbH & Co. Sanitär-und Gasheizungs KG in Sauensiek. Wiebusch schloss seine Ausbildung bei Kreatec-Deden GmbH Installation u. Heizungsbau in Harsefeld erfolgreich ab.

„Wie gestaltet man Karriere? – Mit dem richtigen Verhältnis von Glück, Gemeinschaft, Gelassenheit und Geld“.

Schulleiter der Jobelmann-Schule Berufsbildende Schulen I in Stade, Rainer Albers hielt in diesem Jahr die Festrede: „Nun stehen Sie vor mir als fertige Gesellen und vor Ihnen liegt ein toller Start ins Berufsleben.“ In seiner Rede machte er den nun fertigen Anlagenmechanikern deutlich, dass es darauf ankomme das richtige Verhältnis von Glück, Gemeinschaft, Gelassenheit und Geld zu finden. Vor allem Gemeinschaft sei wichtig. Schließlich hätten Freunde und Familie wesentlich zum Erfolg des heutigen Tages beigetragen. „Stehen Sie bitte einmal auf und bedanken Sie sich bei Ihren Eltern, die sie bis hierher gebracht haben.“, so Albers und die Aula wurde in einen Zustand der Dankbarkeit und Freude versetzt. „Was für ein schönes Bild von hier oben“, erklärte Albers zufrieden.
Gemeinsam feierten Eltern, Lehrer und Ausbilder mit ihren Schützlingen bis spät in die Abendstunden den errungenen Etappensieg im Festsaal des TZH.

Deine Zukunft im Handwerk.

Nach kurzer Begrüßung durch den stellvertretenden Obermeister der SHK-Innung Heinrich Berg, der nochmal betonte: „Das Handwerk bedeutet, ein toller Start in die Zukunft“, hielt Rainer Albers die diesjährige Festrede. Er erklärte den Absolventen, wie sie ihren Karriereweg bewusster angehen könnten. „Dazu gehören die 4 G’s : Glück, Geld, Gemeinschaft und Gelassenheit“, so Albers. Zum Glück stellte er einen Vergleich zwischen verschiedenen Ländern her und gab zu verstehen: „Die glücklichsten Länder sind nicht unbedingt die mit dem größten Wohlstand“. Das Geld sei zwar wichtig zum Überleben, doch sollte es nie der innere Antrieb werden. Er unterstrich seine These mit Auszügen aus der Biographie von Basketball-Star Dirk Nowitzki, dessen Ziel es nie gewesen sei besonders viel Geld anzuhäufen. Nowitzki hätte vielmehr der perfekte Wurf interessiert und hätte dadurch Ruhm erlangt. Als weiteren wichtigen Punkt sprach Albers die Gemeinschaft an. Wie gut es einem gehe, hängt vor allem vom Privatleben und vom Arbeitsklima ab. „Fühle ich mich wohl im Team, in der Familie?“, diese Frage sei wichtig und die Grundlage für Erfolg. Wo könne man Unterstützung finden, wenn es einmal nicht so läuft, erklärte Albers. „Ihre Familie, Ihre Ausbildungsleiter und Mitauszubildenden haben schließlich wesentlich dazu beigetragen, dass Sie hier heute sitzen.“
Zum Schluss machte er den Absolventen Mut, den Alltag mit einer inneren Gelassenheit anzugehen. „Scheitern gehört dazu. Das muss man gelassen hinnehmen“. Zur Not bedeute dies auch, den Arbeitsplatz zu wechseln. Albers endete seine Rede mit dem Zitat: „Leave it, love it or change it.“. Übersetzt heiße dies: Wenn es nicht gefällt, verlasse den Beruf. Ansonsten lerne ihn zu leben oder ändere etwas im Beruf.
Mit Besonnenheit weitermachen – klare Ziele verfolgen

Diese Lebensweisheit hat Tom Bonnekessel voll und ganz verstanden. Er hat beruflich bereits gefunden, was ihn glücklich macht. Fokussiert schaut der 19-jährige Jahrgangs- und Innungsbeste in seine Zukunft: „Ich werde in ein paar Jahren vielleicht noch einen Meister machen und erstmal dem Lehrbetrieb Hustede Haustechnik treubleiben. Die Zukunft sieht da für mich ganz gut aus.“ Der Staat mache es Gesellen schließlich leicht durch verschiedene Fördermittel sich weiterzubilden. Das Angebot müsse man nutzen Jahrgangszweite sind Adrian Reck und Jan Wiebusch. Beide werden vorerst ebenfalls in ihrem Lehrbetrieb bleiben.
Anschließend übernahmen der Vorstand und der Prüfungsausschuss, der die geduldigen Absolventen die Gesellenbriefe und Zeugnisse übergab. Zum Schluss rief Lehrlingswart Frank Beinl noch einmal die klassischen Handwerksworte den Absolventen zu: „Jetzt seid ihr offiziell in den Gesellenstand erhoben. Das ist ein ganz besonderer Tag, der euch hoffentlich in Erinnerung bleibt. Ich sage Gott schütze das Handwerk!“.
Er verwies zudem auf die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk. „Wer im Handwerk erfolgreich sein will, muss sich ständig neuen Herausforderungen stellen.“ so Beinl.

Impressionen:
Alle Bilder der Veranstaltung hochauflösend zum Download hier: drive.google.com/open?id=1xZK9yaZkxC16WLc2yoVRiDUiqFG3yMua
Quellenangaben: Handwerks-Innung für Sanitär-, Heizung, und Klimatechnik Stade/Masthoff
Kontaktdaten
Bericht und Fotos:
Lisa Masthoff

Firma:
Kim Katharina Koch (geb. Klintworth)
Die Medienfrau