(Strafbare) Provisionszahlung an Verwalter von Wohnungseigentum

Unser Rechtsberater der Kreishandwerkerschaft Stade musste folgendes feststellen:

Einige Wohnungs- und Teileigentumsverwalter erteilen Aufträge an Handwerker nur, wenn diese im Gegenzug dem Verwalter eine Vermittlungsprovision zahlen; der Verwalter erstellt insoweit eine Rechnung. Die Beträge variieren zwischen 5 und 10% des Auftragwerts.

Diese Handhabung kann strafbar sein. Sollte der Wohnungsverwalter keine Genehmigung seiner Wohnungseigentümergemeinschaft für diese Handhabung haben, dürfte es sich um  strafbare Untreue des Verwalters handeln.  Sollte der beauftragte Handwerker von der nicht vorhandenen Genehmigung wissen, könnte er sich der Beihilfe schuldig machen.

Geht der beauftragte Handwerker von einer Genehmigung durch die Wohnungseigentümergemeinschaft aus, kann ihm Strafbares wohl nicht vorgehalten werden.

Es soll an dieser Stelle durch die vorstehend in aller Kürze dargestellte Handhabung von eher nicht zulässigen kaufmännischen Gepflogenheiten darauf hingewiesen werden, dass man sich als Handwerker die Finger verbrennen kann. Dieses gilt nicht nur für Provisionszahlungen, wie oben geschildert, an Wohnungseigentumsverwalter, sondern in sämtlichen ähnlich gelagerten Fällen.