Unsere neuen Zimmerergesellen

17 Zimmermänner bestehen ihre Gesellenprüfung und sind bereit für die Zukunft! Adrenalinkick nicht nur hoch oben auf den Dächern – Zimmerer im Prüfungsmodus und Erfolgsrausch.


Link zu ALLEN Bildern: Google Drive. Abrufbar bis 09.2020 . Danach Anfragen über koch@khw-std.de

drive.google.com/drive/folders/1mvJXezRJeaK1XUdCvpXFs_99ZGrk267G?usp=sharing


11.07.2020, Technologiezentrum des Handwerks (TZH) Stade. Ein langer Tag liegt hinter den Prüflingen des Zimmerer-Handwerks. Hop oder Top: Der Samstag war für die 22 Azubis entscheidend, die praktische Gesellenprüfung hat ihnen nochmals alles abverlangt. „Ich sehe in erschöpfte, aber auch erleichterte Gesichter“, beginnt Obermeister Max-Herbert Gellert seine Ansprache und fügt an: „Viele von Ihnen bekommen heute ihren Gesellenbrief, bleiben Sie am Ball, machen Sie weiter und bleiben Sie immer flexibel.“ Lehrlingswart der Zimmerer Niels Lühmann pflichtete auch denen bei, die es heute nicht ganz geschafft haben. „Lauft nicht gleich weg, lasst uns gleich sprechen – wir finden einen Weg, hier bleibt keiner auf der Strecke“, machte er den fünf der 22 Azubis Mut. Unter den Zimmerergesellen waren 60% betrieblich zugehörig aus Stade, 40% aus Cuxhaven und Rotenburg. „Wir in Stade bieten die Lehrgänge und die Abschlussprüfungen an, eine Kooperation, die seit vielen Jahren wunderbar funktioniert“, so Lehrlingswart Lühmann.

Kleine „Freisprechung“ im TZH Stade – Corona Frust und Freude zugleich!

17 der Prüfungsteilnehmer waren dann sichtlich erleichtert, als das “Wertpapier” den Besitzer wechselte und sie ab diesem Moment als Zimmerergeselle durchs Berufsleben gehen dürfen. Drei Zimmerergesellen legten ihre Prüfung mit besonders guten Leistungen ab. Kelvin Hillmann (CUX) hat mit 93% in seiner Gesellenprüfung allen den Rang abgelaufen. Dicht gefolgt von Jonas Lühmann, der mit 89% Innungsbester der Stader Betriebe wird. Dahinter reiht sich Laurien von Holten mit 86% ein.

Trotz Corona-bedingtem Ausfall der sonst so festlichen Freisprechung, ließen die Offiziellen aus Prüfungsausschuss, Innungsvorstand und Lehrern, die Prüflinge nicht im Regen stehen. „Natürlich hätten wir uns das alles anders gewünscht“, so Obermeister Gellert, dennoch: „Jetzt gibt es die Gesellenbriefe schon Minuten nach der abgelegten Prüfung – ab Morgen arbeiten sie eigenverantwortlich als Zimmergeselle!“. Damit blieb es außerdem bis zum Schluss spannend, wer es geschafft hat und wer nochmal nachsitzen muss. „Es ist ein schwerer Gang, das wissen wir alle. Kopf hoch, das ist nicht das Ende, es ist ein neuer Anfang“, so Kruse. Die Erleichterung war den 17 erfolgreichen Zimmerergesellen bei jedem Gang nach vorne ins Gesicht geschrieben, als die erlösenden Worte: „Prüfung somit bestanden“ fielen.

Zwei Betriebsnachfolger an der Spitze des Jahrgangs

Kelvin Hillmann (LK CUX) und Jonas Lühmann (LK Stade) starten jetzt mit Ihrem Gesellenbrief erst richtig durch. Die beiden Zimmerergesellen haben den Handwerksberuf im Blut und in den Genen. Beide kommen aus Handwerkerfamilien und Zimmereibetrieben und tragen den Wunsch zum Zimmererberuf schon seit klein auf in sich.

Ich muss raus! Ein Zimmermann bei Wind und Wetter

Kelvin Hillmann (LK CUXHAVEN) verbleibt aber vorerst noch in seinem Ausbildungs-Innungsbetrieb D. Tiedemann Mitelstennahe und wechselt mittelfristig zum Familienbetrieb. Nach der Realschule und einigen Praktika startete Kelvin in seine Ausbildung und möchte vielleicht den Meister dranhängen. „Ich habe auch in andere Berufe reingeschnuppert – doch das Werkstattleben ist nichts für mich. Ich muss raus – es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung“. Resümiert Kelvin und freut sich dennoch über mehr Sonnen- statt Regentage.

Wie der Vater so der Sohn – Die Zimmermänner Lühmann

Den Namen Lühmann findet man in diesem Jahr nicht nur bei den Offiziellen – Jonas Lühmann (19, Wangersen, LK STADE) kommt an diesem Prüfungssamstag samt Vater und Lehrlingswart der Innung Niels Lühmann zur Prüfung „Wenn mein Vater mich prüfen würde, hätte ich allerdings schlechte Karten“, sagt der junge Handwerker. „Er würde mich eher schlechter bewerten, um mir die Chance zu geben, nächstes Mal noch besser zu sein.“ Schmunzelt Jonas und ist froh über seine guten Leistungen, auf die Senior Lühmann sichtlich stolz ist. Jonas hat ebenfalls andere Praktika gemacht, die seinen Entschluss jedoch nur weiter bestätigt haben. „Besonders am Ende einer Arbeit oder bei Neubauten ist es ein tolles Gefühl, wenn die Kunden glücklich sind und man sieht, was man geschafft hat“. Vielleicht kann Jonas demnächst auch sehen was er noch alles schaffen kann, wenn er die Meisterschule antritt! Jonas hat im Innungsfachbetrieb Quelle Holzbau in Bargstedt gelernt.

Vom Studenten zum Zimmergesellen – und der Blick nach vorne.

Der Apfel fällt auch bei Laurien von Holten nicht weit vom Stamm. Bereits Lauriens Großvater war ein Zimmermann. „Damals war ich natürlich noch ein Kind, dennoch muss es wohl in den Genen liegen“, witzelt der 29-jährige (LK STADE). Laurien war nach seinem Fachabitur erstmal auf Abwegen. Fast am Studium-Ende hat er sein Studentenstatus dann doch noch gegen die Ausbildung zum Zimmerer getauscht. Einer der vielen Gründe war:“…, dass ich nicht lange stillsitzen kann, ich brauch was zu tun, mit meinen Händen. In den Semesterferien habe ich immer viel gearbeitet.“ Der Stader hat in Innungsfachbetrieb Neuber Drochtersen gelernt und gibt den jungen unentschlossenen Berufsstartern mit auf den Weg: „Man sollte prinzipiell körperlich für die Arbeit am Bau geschaffen sein oder den Willen dazu haben, man darf sich für nix zu schade sein und Herausforderungen als Problemlöser angehen“.

Ob er seinen Schritt vom Studium in die Ausbildung bereue, wiegelt Laurien sofort ab: „Grübeln bringt mich nicht weiter, ich schaue nach vorne“, und da sieht der Junggeselle eine Zukunft in einem tollen Team. „Das Klima auf der Baustelle ist wirklich sagenhaft, ich habe noch nie so viel gelacht, wie am Bau“, erzählt Laurien. „Zufriedenheit im Beruf bringt auch Zufriedenheit ins Leben“, sagte Obermeister Gellert schon in seinen Anfangsworten, die voll und ganz zu den jungen Männern im TZH passten, die nun endlich ihren Erfolg feiern dürfen.

Die beiden Stader Innungsbesten sind überrascht und stolz auf ihre Besten-Leistung. Beide leben und lieben ihr Handwerk und verbleiben weiterhin in ihrem Handwerksberuf.

Vater und Sohn bei der Übergabe des Gesellenbriefes – und mittelfristig auch Seite an Seite im Innungsfach-Betrieb Lühmann Holzbau GmbH Zimmerei, Wangersen.

Bildunterschrift Übergabe: Hinten von li.: Obermeister der Bauhandwerks-Innung Max-Herbert Gellert | stv. Obermeister + Lehrlingswart Zimmerer der Bauhandwerks-Innung Niels Lühmann |  Rolf Meibohm Gesellenbeisitzer | Berufsschullehrer, Studienrat und Vorsitzender des Prüfungsausschusses Johann Kruse und Beisitzer Andree Kaatz.