Vorhang auf – Licht an! 28 neue Elektrotechnik Nachwuchskräfte in Stade.

Die 28 Gesellen*innen der Elektrotechnik. (2 fehlen aus Datenschutzgründen)



Für 28 Azubis der Elektrotechnik führten die Stufen in den ersten Stock des TZH zu ihrem hart erarbeiteten und wohlverdienten Gesellenbrief.

Einige der Prüflinge hatten hingegen einen schweren Gang zu gehen. „Das ist nicht das Ende – viele Wege führen zum Ziel, geben Sie jetzt nicht auf und versuchen Sie es in einem halben Jahr nochmal.“, machte Prüfungsausschussvorsitzenden Ronald Schneider den Noch-Azubis Mut. Die Quote zeige aber auch, wie anspruchsvoll die Prüfungen und der Job seien. „Handwerk ist keine Ausbildung zweiter Klasse.“, so Obermeister der Innung Olaf Roitsch und wird von Lehrlingswart Günter Bösch dazu ergänzt: „Die Komplexität des Berufsbildes steigt stetig. und das immer schneller. Auch wir werden über die nächsten Jahre erleben, dass Betriebe und Mitarbeiter diese Range nicht mehr abdecken können und zur Spezialisierung aufgefordert sind.“ Das heiße auch für die Absolventen sich auf ein stetiges Lernen einzulassen, sich selber auf Fachbereiche zu spezialisieren ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.


Heute hätten die Elektrotechniker*innen den Grundstein dafür gelegt – die Basis für alles war nun käme. Trotz maximal abgespeckter Freisprechungs-„Feier“ liegt viel Freude und Zuversicht in der Luft. Die Anspannung der letzten Wochen fällt mit der Übergabe des Gesellenbriefes von jedem einzelnen sichtbar ab und zaubern jedem ein erleichterndes Lächeln aufs Gesicht: „Wir sind sehr stolz auf Sie. Das war nicht einfach, besonders mit dem Begleiter „Lockdown“ an ihrer Seite. Diese Pandemie hat uns aus der Komfortzone geholt und uns gezeigt, dass nichts selbstverständlich ist“, so Bösch. Es habe aber auch gezeigt, wie beständig und zuverlässig das Handwerk als Wirtschaftszweig sei. Alle stünden trotz allem weiter in Lohn und Brot. Wertschätzung und Anerkennung seien vielen Handwerkern vermehrt entgegengebracht worden. „Systemrelevant – das Wort hat uns begleitet, genervt und auch stolz gemacht. Ich hoffe für uns alle, dass die Anerkennung noch lange bleibt und das Wort irgendwann verschwindet – schmunzelt Obermeister Roitsch zum Ende seiner kleinen Ansprache, die er bei jeder kleinen Gruppe gerne erneut wiedergab. Schwelgen Sie nicht in Erinnerungen – genießen Sie die Freiheit, wenn sie wieder da ist und das doppelt so viel!“, gibt Roitsch den Junggesellen*innen mit auf ihren Weg.

Das wird sich wohl auch Lukas Ahlf gerne zu Herzen nehmen, der 20 Jahre alte Junggeselle lernte im Innungsfachbetrieb Stadtwerke Buxtehude GmbH und schloss seine Ausbildung als Innungsbester ab. Der Hollern-Twielenflether entdeckte seine Leidenschaft für Elektrotechnik in einem MINT Projekt an seiner Oberschule in Steinkirchen. „… dann ging alles ganz schnell – die Bewerbungen waren quasi grade abgeschickt, da hatte ich meinen Ausbildungsvertrag schon fast in der Tasche.“  Lukas Ahlf plant langfristig mit einem Studium oder dem Meistertitel: “ …, vorerst wird aber erstmal Erfahrung als Geselle gesammelt und Geld verdient.“ so der Elektrotechniker. Das macht er besonders gerne an der frischen Luft: „In meinem Betrieb arbeiten wir viel draußen, das macht wirklich viel Spaß, besonders wenn das Wetter stimmt. Ich erlebe jeden Tag was Neues – die Abwechslung ist wirklich groß.“

Programmieren und Planen – mit schulischer Spitzenleistung zur Handwerks-Gesellin

Kyra Stein lässt kommt mit einer schulischen Spitzenleistung zur Übergabe ihres Gesellenbriefes. Die 23-jährige Elektrotechnikerin hat vorher die Fachhochschulreife erworben und ist dann über Praktika im Handwerk gelandet. Ihre Passion liegt jetzt schon im Programmieren. „Es ist faszinierend, wie sich am Ende des Tages alles zusammenfügt – und wenn der Plan, den man selber erstellt hat, ausgeht, dann leuchtet das Licht.“ Das Ergebnis mache zufrieden und stolz und erfülle einen immer aufs Neue, so die Buxtehuder Junggesellin, die im Innungsfachbetrieb NDB-Elektrotechnik Stade lernte. Für sie gehe es jetzt weiter Richtung Gesellinnen-Alltag, langfristig strebt die junge Elektrotechnikerin eine Spezialisierung zur Programmierung an.

Nicht beirren lassen – Handwerk ist für alle da.

„Elektrotechnik ist mehr als Steckdosen montieren.“, startet Annkathrin ins Gespräch. Sie macht sich für ihren Beruf stark – auch für mehr Frauen in ihrem Handwerk. „das kann jeder, der sich interessiert oder sich drauf einlässt – dann klappt das schon“, Sie siehts sich gut aufgehoben in Ihrem betrieb und hat nie wirklich darüber nachgedacht als Frau hier nicht hinpassen zu können.  Logik und handwerkliches Geschick zählt sie zu ihren Stärken – „und das ist genau das, was mich daran so fasziniert: Es ist ein Beruf mit so vielen Möglichkeiten, im Grunde kann man damit jeden Tag etwas Neues machen – es fordert und fördert dich selber jeden Tag“, so die junge Drochtersenerin. Mit jungen 20 Jahren hat sie nun nach 3,5 Ausbildungsjahre im Innungsfachbetrieb Freudenberg Drochtersen ihre Ausbildung hinter sich und startet als Elektrotechnikgesellin durch.